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In den Loipen der Langlauf-Geschichte: Vom urzeitlichen Vorteil für Jäger bis zu den Unbilden des modernen Sports. Ein Streifzug über 10 000 Jahre mehr oder weniger gleitende Fahrt über den Schnee.

Zunächst ist es die Stille, die überwältigend wirkt. Diese Ruhe und Kraft, die von der schneebedeckten Natur ringsherum ausgehen. Nur unterbrochen von dem knirschenden, schabenden und manchmal surrenden Geräusch, das die Ski auf dem Schnee verursachen. Und damit die Stille zusätzlich unterstreichen.

Dann kommt das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Die Atemwolken steigen weiss vor dem Mund auf, auch der Rücken dampft längst. Pulsschlag und Atemfrequenz sind deutlich erhöht. In fliessenden Bewegungen gleitet der Läufer über den glitzernden Teppich, verliert sekundenlang jedes Gefühl für Zeit und Raum.

Die Norweger…

Man muss nicht wettkampforientiert auf Langlaufski unterwegs sein, um solche Emotionen und Gefühle nachvollziehen zu können oder selbst zu erleben. Zehntausendfach wird Ähnliches im Winter weltweit beim Skilanglaufen erfahren und empfunden. Doch haben Sie schon einmal drüber nachgedacht, ob derartige Gedanken bei der gleichen Tätigkeit auch schon vor Jahrtausenden gesponnen wurden? Dass dieses fast schon mystische Dahingleiten über eine weite, verschneite Ebene vielleicht zu den Ur-Emotionen des Menschen zählt, weil es auf einem „Werkzeug“ stattfindet, das zu den wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte der Menschheit gehört?

Älter als 4500 Jahre sollen Felszeichnungen sein, die 1929 auf der nordnorwegischen Insel Rödöy gefunden wurden. Sie zeigen einen Jäger, der eine seltsam anmutende Hasenmaske trägt und auf Brettern steht, die deutlich vorne und hinten nach oben gebogen sind. In den Händen hält dieser Skifahrer eine lange Stange, die offenbar zum Abstossen und fürs Gleichgewicht gedacht war. Der „Rödöy“-Hase galt bis vor wenigen Jahren als der älteste Beleg für die Nutzung von Ski als Fortbewegungsmittel über Schnee. Womit sich die Norweger stolz die Erfindung der Ski auf ihre Fahnen schrieben und dies im Laufe der Jahre mit zahlreichen Funden jahrtausendealter Ski-Bruchstücke in Mooren und Höhlen untermauerten.

…Russen oder gar die Mongolen?

Doch dann buddelten russische Forscher in einem sibirischen Torfmoor ein Stück bearbeitetes Holz aus, das als Skispitze gedient haben könnte. Alter gemäss der Radio-Karbon-Methode: 8 000 Jahre! Und als vor einem Jahr im chinesischen Altai-Gebirge Felszeichnungen entdeckt wurden, auf denen Menschen auf Brettern einem Steinbock nachstellen und diese auf ein Alter von 10 000 Jahren geschätzt wurden, gab es reichlich Wirbel bei den Skandinaviern: Haben doch die Mongolen das Skifahren erfunden?

Nachvollziehbar wäre es durchaus. Denn vor Ur-Zeiten waren die meisten Völker Nomaden und Jäger. Ganz egal, wo auf der Welt sie lebten, mussten sie im täglichen Showdown mit und in der Natur besonders erfindungsreich sein, um bestehen zu können. Ganze Stämme mussten flexibel reagieren und etwa bei widrigsten Wetterbedingungen rasch in der Lage sein, einen anderen Ort aufzusuchen. Und Winterzeit war damals Jagdzeit: Das begehrte und gehetzte Grosswild kam im Schnee nur schleppend voran, sank tief ein. Für Jäger war es also überlebenswichtig, mit der richtigen Technik auf der Oberfläche des Schnees zu bleiben und im Idealfall schneller als das flüchtende Wild dahinzugleiten.

Nur wenige Aufzeichnungen

Die Ski sind also neben dem Boot oder Floss wohl das älteste Fortbewegungsmittel der Menschheit und haben sich längst in vielen nördlichen und östlichen Kulturen etabliert. Wissenschaftler sind heute davon überzeugt, dass Ski auch während des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung den (heutigen) skandinavischen und slawischen Völkern in ihrer Entwicklung wichtige kulturelle Vorteile brachten.

Doch beim Blick zurück offenbart sich ein elementares Problem: Es gibt nur wenige Aufzeichnungen durch diese Volksstämme. Lediglich Völker, die damals ihre Blütezeit erlebten oder dieselbe gerade hinter sich gebracht hatten, fanden sich bemüssigt, in ihren Schriften und einer meist rudimentären Geschichtsschreibung auf Ski hinzuweisen. Die Norweger, Samen, Germanen oder Russen zählten (noch) nicht dazu.

So beschrieben die Griechen und Römer um 300 bis 400 n. Chr., dass Bergbewohner der Alpenregion im Winter mit „Schneereifen“ über den mehrere Meter tiefen Schnee liefen und mit diesem „Ausrüstungstipp“ sogar vorzeitig vom Schnee überraschte Armeen vor dem sicheren Untergang retteten.

Holzpferdtürken und Birkebeiner

Und mehrere chinesische Geschichtsschreiber der Tang-Dynastie (etwa 600 bis 900 n. Chr.) wussten von „Holzpferdtürken“ zu berichten, die auf „Schlitten“, die sie sich an die Füsse banden „schneller als der Hirsch über verschneite Flächen glitten und dabei mit einem langen Stock wie ein Schiffer vorwärts stakten“.

Ein paar Jahrhunderte später – nördliche Völker wie Norweger und Finnen hatten bereits eine anekdotenreiche Mythologie rund um ihre Ski entwickelt – begann eine erste Hoch-Zeit rund um die Bretter. So ist überliefert, dass der norwegische König „Harald der Harte“ seinen Widersacher Aslaksson töten lassen wollte, weil dieser schneller auf Ski den Berg hinunterfuhr als seine Hoheit. Und nochmals rund 200 Jahre später, nachweislich im Jahre 1206, kam es zur ebenfalls verbürgten Rettungsaktion des zweijährigen Königssohns Haakon: Zwei getreue „Birkebeiner“, also solche, die keine Schuhe, sondern „Birkenrinde“ an den Füssen trugen, brachten das aus einem gegnerischen Lager entführte Kleinkind durch einen Schneesturm über das Docre-Plateau in Sicherheit. Ein Ereignis, das die Norweger nachhaltig bis in die Moderne prägte: Seit 1932 wird alljährlich ein Skilanglauf für Jedermann- und frau durchgeführt, bei dem die Teilnehmer einen Rucksack tragen müssen, der mindestens fünf Kilogramm wiegt. In Erinnerung an das Gewicht des zweijährigen, königlichen Stammhalters.

Skating-Vorläufer im Mittelalter

Mitte des 16. Jahrhunderts waren Skiläufer für die schwedische und kurz darauf auch finnische Post als Boten unterwegs und russische Edelleute liessen sich bei ihren Ausfahrten bevorzugt von Leibeigenen und Dienern begleiten, die auf „Artachen“ – so nannten die Russen ihre Ski – offenbar das Tempo der von Pferden gezogenen Schlitten halten konnten.

Bei sich häufenden Erkundungs- und Forschungsreisen in die Grenzregionen der damals bekannten Welt, sammelte man Erkenntnisse über die unterschiedliche Handhabung und Technik der Ski. So erregte etwa ein Holzstich von 1673 Aufmerksamkeit, der einen Lappländer mit einem langen und einem deutlich kürzeren Ski an den Füssen zeigte. Der lange (Glider) war für die Gleitphasen, der kürzere (Andor) zum seitlichen Abstossen gedacht. Der später unter dem Namen Siitonen-Stil bekannte Vorläufer der Skatingtechnik wurde also bereits im Mittelalter erfunden.

Es wurden auch Langläufer beschrieben, die sich für Aufstiege Felle, mit Haarrichtung nach hinten, um die Ski banden, damit es rutschfrei bergauf ging. Vor allem in eher flachen Gegenden waren schon damals lange Bretter bevorzugt, auf denen man sich an einer Stange vorwärts schob und offenbar bei vereistem oder hartem Schnee sensationell weite Strecken bewältigte – Überlieferungen sprechen von 100-Kilometer-Fahrten an einem einzigen Wintertag!

Auch unter den Feldherren wurden die Ski im Laufe der Jahrhunderte immer beliebter. Russische Soldaten eroberten das westliche Sibirien und es gibt Legenden über Heere, die (ohne Ski) „wie Hasen“ von ihren Gegnern (auf Ski) im Schnee gejagt wurden. Und als Schweden gegen Russland kämpfte, gingen die „grossen Skifahrernationen“ der damaligen Zeit, die Norweger, Schweden, Finnen, Russen und Mongolen auf Ski aufeinander los.

Postbote im Wilden Westen

Die zweite Blütezeit der Ski wurde im 19. Jahrhundert eingeläutet – und zwar ausgerechnet im „Wilden Westen“ Nordamerikas. Doch zuvor eine vermeintliche Randnotiz der Ski-Geschichte aus der Schweiz: Im Jahre 1863 bastelte der Berliner Schreiner Samuel Hnateck bei einem Aufenthalt in Sils die ersten, eher grobschlächtig wirkenden „Gleithölzer“ aus Tannenholzbrettern – angeblich „ohne jemals nordische Ski zuvor gesehen zu haben“. Nur kurze Zeit darauf stellte der Silser Schreinermeister Eggenberger die ersten „serienmässigen Ski des Alpenraums“ her. Nachweislich war dies allerdings nicht die erste Begegnung der Schweizer mit den „Nordischen Ski“: Der Davoser Arzt Alexander Spengler soll bereits 1813 von norwegischen Patienten ein „ungleiches Paar Ski“ als Geschenk erhalten haben, wusste aber nicht damit umzugehen.

Wagen wir also den Sprung hinüber in den Wilden Westen, mitten in die Zeiten des kalifornischen Goldrauschs. Von dem wurde auch ein Norweger angezogen, der sich in der Neuen Welt John A. Thomson nannte. Gold fand der offenbar bullige und durchtrainierte Skandinavier nicht, dafür aber sein Glück im Schnee: Als die Pässe der Sierra Nevada mal wieder verschneit und zu Fuss oder auf dem Pferd unpassierbar waren, bot er an, auf selbst gezimmerten Eichen-Ski (3 m x 10 cm) Briefe und Depeschen über die Berge zu tragen. Was wiederum drei Monate zusätzliche Lieferzeit auf Umwegen ersparte.

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145 km hin, 145 km zurück – und dies wohlgemerkt über mehrere Pässe – führte die Strecke im jungfräulichen Schnee. Nur fünf Tage brauchte der Skiläufer, um wieder mit einem frisch gefüllten Postsack auf dem Rücken an seinem Ausgangsort anzukommen. Zeitgewinn für die Postzustellung: drei Monate! Thomson erhielt umgehend einen Job als Postbote, für ein damals mehr als lohnendes Jahresgehalt von 700 Dollars.

Wettstreit mit Zeitmessung

Nur wenige Jahre später gab es übrigens die ersten Profi-Abfahrtsrennen in der Sierra Nevada, bei denen es – typisch Wilder Westen – zu exorbitant hohen Wetteinsätzen gekommen sein soll. Ein gewisser Metcalf gewann 1863 ein 800 Meter langes Abfahrtsrennen gegen die Uhr, bei dem er angeblich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 115 km/h erreichte und 100 Dollar Prämie kassierte. Aber vielleicht tickten die Uhren im „Far West“ ja doch komplett anders…

Apropos Uhren. Erste Zeitmessungen bei Rennen auf Ski soll es schon zwanzig Jahre zuvor in Norwegen gegeben haben. Siegerzeit über fünf Kilometer Streckenlänge: 29 Minuten. Womit wir endgültig beim Ski als Sportgerät angekommen wären. Natürlich hat es im Laufe der vorhergegangenen Jahrhunderte öfters spielerische Vergleiche und wohl auch Wettrennen untereinander gegeben – ganz wie beim Laufen oder Schwimmen. Doch Skilanglauf-Sport in organisierter Form war neu und sollte erst später die ganze Welt erobern.

Ausgehend von der norwegischen Region Telemark wurden in Europa, aber auch in Nordamerika, Russland und sogar Australien während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erste Ski-Clubs gegründet, die wiederum für ein reges Wettkampfgeschehen sorgten. Dabei wurde übrigens nicht nur Langlauf praktiziert, sondern es kam auch zur ersten Nordischen Kombination mit „Sprunglauf“ und Abfahrtsrennen.

Ein für die technische Entwicklung des Skilanglaufs elementar bedeutendes Ereignis fand 1888 statt: Als ein gewisser Ernst Bjaerknaes beim 25 km langen Huseby-Rennen erstmals mit zwei (!) Stöcken unterwegs war. Was sich die örtliche Presse genau anschaute und als Fortbewegungsform beschrieb, „die Zukunft haben könnte“.

Erste Exporte in den Alpen

Das erste Rennen in Österreich auf den Wunderlatten fand 1893 enorme Beachtung in der Bevölkerung und beim Militär – es gab sogar Sonderzüge, die Zuschauer in den kleinen Ort Mürzzuschlag im Nordosten der Steiermark karrten. Der skibegeisterten Nachwelt sollte das Rennen jedoch vor allem wegen eines organisatorischen Problems in Erinnerung bleiben: Keiner hatte einen Schimmer, wie so ein „Rennen der Norweger“ zu organisieren sei. Die Ausschreibung gipfelte in den Worten: Es gelten die Bestimmungen der Radfahrer-Statuten!

In der Schweiz sorgte 1897 die Durchquerung des Berner Oberlandes auf Ski für den endgültigen Durchbruch der „norwegischen Ski“ – auch wenn die örtlichen Alpenvereine und Wanderer zunächst nichts, aber auch gar nichts für diese seltsamen Latten aus dem Norden übrig hatten.

Ausgerechnet in Russland erfuhren die Ski eine andere Zuwendung als die wettkämpferisch ausgerichtete des Westens. Bezeichnenderweise nach der kommunistischen Oktoberrevolution wurden sie als „Quelle der Gesundheit“ für die proletarischen Massen gepriesen. Damals wurden Volksläufe durchgeführt, die neben der gesundheitlichen Fitness der Teilnehmer auch die Grösse und Schönheit der UdSSR preisen sollten: 1924 nahmen über 50 000 Skilangläufer an einem Sternmarsch durch Russland teil und 1930 machte eine gigantische Staffel aus über 3 000 Langläufern Furore, die 10 000 Kilometer durch die Sowjetrepubliken führte.

Sportgeschichte im Zeitraffer

Der Rest ist Sportgeschichte. Typische Sportgeschichte, mit allen Höhen und Tiefen. 1924 fanden die ersten Olympischen Winterspiele in Chamonix statt, zu denen der Skilanglauf beinahe nicht zugelassen worden wäre, wo aber letztendlich männliche Olympiasieger über 18 und 50 Kilometer geehrt wurden. 1952 in Oslo durften erstmals Frauen über 10 km unter den olympischen Ringen skilanglaufen. 1974 kamen flächendeckend Kunststoff-Ski zum Einsatz und beendeten die jahrtausendealte Tradition, dass Ski aus Holz gebaut werden.

Anfangs der Siebzigerjahre begannen die ersten Tüftler, bei den Rennen nur mit Doppelstockstössen und ohne Haftwachs in der Spur zu laufen, wenn das Gelände günstig erschien (flach oder leicht bergab, wie z. B. beim Engadin Skimarathon). Bei Richtungsänderungen und im Endspurt gehörten auch ein- oder gar beidseitige schnelle Schlittschuhschritte zum Technik-Repertoire der Rennläufer.

Das Ende des Diagonal-Stils

Mitte der Siebzigerjahre entstand der Siitonnen-Schritt, dessen finnischer Namensgeber Pauli Siitonen einen Ski aus der Spur nahm, um sich damit seitlich abgewinkelt abzustossen. Für die alten Samen und Mongolen im Prinzip nichts Neues, nur etwas, das in Vergessenheit geraten war. Als der clevere Finne schneller unterwegs war als die Athleten in der Spur, wurde er immer häufiger kopiert. Die Veranstalter wollten dies verhindern und verboten den Siitonen-Schritt mit dem Argument, er würde die Diagonal-Spur zerstören. Bei einzelnen Rennen (unter anderem auch in Davos) wurden gar Hindernisse eingebaut, die das Ausscheren der Ski verhindern sollten.

Doch die Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten. Die logische Konsequenz war der Schlittschuhschritt mit deutlich längeren Stöcken und kürzeren Ski ohne Steigwachs. 1979 fand der erste Engadin Skimarathon statt, bei dem die Schnellsten erstmals mit Skatingski unterwegs waren. Erst einige Jahre später, 1987, reagierte der Weltverband auf den wie „eine Pest um sich greifenden“ (so ein IOC-Funktionär) freien Langlaufstil und trennte die Rennen im klassischen Diagonal- und modernen Schlittschuhschritt.

2001 wurden erstmals im „grossen Stil“ verbotene Substanzen im Blut der WM-Athleten von Lahti nachgewiesen und ein Jahr später zelebrierte der deutsche dreifache Olympiasieger Johann Mühlegg (unter spanischer Flagge!) in Salt Lake City den wohl kuriosesten Dopingfall der Sportgeschichte, bei der eine portugiesische Raumkosmetikerin, die Mühlegg „meine Gnade“ nannte ebenso eine Schlüsselrolle spielte wie sein „Spiritisten-Trainer“, der ihn angeblich verhext hatte.

Von Haas bis Cologna

Die Schweizer blieben von derartigen Skandalen glücklicherweise verschont, konnten aber bei grossen Meisterschaften lange auch keine aufsehenerregenden Erfolge verzeichnen. Historisches gelang Josef Haas, der 1968 in Grenoble mit seinem dritten Rang die erste Medaille bei Olympischen Spielen errang, ebenso wie die 4×10-km-Staffel 1972 in Sapporo, die in der Besetzung Alfred Kälin, Albert Giger, Alois Kälin und Edi Hauser zur Bronzemedaille lief. Mit Rang 3 für Andi Grünenfelder über 50 km 1988 in Calgary und dem ebenfalls dritten Platz für die Frauenstaffel über 4×5-km 2002 in Salt Lake City folgten zwei weitere Medaillen, bevor Dario Cologna 2010 in Vancouver über 15 km Freistil als erster und bislang einziger Schweizer Langläufer Olympiasieger wurde, vier Jahre später in Sochi gar einen Doppel-Olympiasieg feierte (Skiathlon & 15 km) und auch 2018 in Pyeongchang noch einmal triumphierte (15 km).

Auf den Spuren der Vor-Läufer

Materialtechnisch haben die „Bretter“ (vor allem in den letzten Jahrzehnten) einen Quantensprung vollführt: Vom groben Holzscheit, der mit Weidengeflecht an die mit Fell umwickelten, nackten Füsse gebunden wurde hin zum spezialisierten HighTech-Karbon-Gerät. Für jeden Einsatz gibt es heute den passenden Ski. In der Breite ist der Diagonal-Stil vom Skating abgelöst worden und zum Volkssport gewachsen. Das urzeitliche Fortbewegungsmittel Ski begeistert mittlerweile täglich Abermillionen Menschen auf der ganzen Welt – egal ob als traditionelle Langlauf-Version oder in den Hängen der Berge als Abfahrtsski.

Und obwohl sich vieles geändert hat seit dem „Hasenmann“ von Rödöy, eines ist geblieben: Dieses Gefühl von Freiheit, das jeden Langläufer überkommt, wenn er in fliessenden Bewegungen über den Schnee gleitet und dabei auch heute noch Glücksmomente erlebt wie vor Jahrtausenden seine Vor-Läufer im Tiefschnee der Geschichte.

Quellen:

  • „Skilanglauf“ – Geschichte, Kultur, Praxis. Egon Theiner und Chris Karl, Verlag Abenteur Sport.
  • The Nordic Origins of Skiing, ingebretsens.com
  • Das „Bilderbuch des Skiläufers“ von Arnold Fanck (1932)

 

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