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Wie wird sich die neue Laufsaison im Hinblick auf die Teilnehmerzahlen entwickeln? Andreas Grütter, Geschäftsleiter des Vereins Swiss Runners zu den aktuellen Entwicklungen und Aussichten.

Interview: Andreas Gonseth


Andreas Grüter, Geschäftsleiter Verein Swiss Runners

Wie wird sich die neue Laufsaison im Hinblick auf die Teilnehmerzahlen entwickeln? Andreas Grütter, Geschäftsleiter des Vereins Swiss Runners zu den aktuellen Entwicklungen und Aussichten.
Stimmungsvoll, wachsend, weiblich.

Wie zeigt sich das Wachstum in Zahlen?
Nehmen wir als Beispiel die Top 20 der Schweizer Laufevents. Da sind im letzten Jahr 250 000 Finisher ins Ziel gelaufen, 2022 waren es noch 202 000. Das entspricht einer Steigerung von 23%.

Liegen die Zahlen noch hinter der Vor-Corona-Zeit zurück?
Ja, generell noch rund 10%. Doch einzelne Events wie zum Beispiel die Escalade in Genf oder auch der Swiss City Marathon in Luzern konnten 2023 Rekordzahlen verzeichnen. Und auch schweizweit geht es aufwärts. 2023 zählten wir bei rund 320 Laufevents 462 000 Finisher. Dazu kommen schätzungsweise noch rund 20 000 Finisher aus weiteren 200 kleinen Events. Im Total wurden so bei Laufevents in der Schweiz im letzten Jahr eine knappe halbe Million Finisher rangiert. Damit kommen wir langsam wieder in den Bereich von früheren Jahren vor Corona. In Spitzenjahren war es etwa jeweils knapp über eine halbe Million.

Gibt es eine Tendenz, welche Events schneller wieder erfolgreich sind als andere?
Die ganz Grossen und lokalen Kleinen haben weniger Mühe. Am schwierigsten scheint es für die mittleren Events zu sein, vor allem in den Städten.

Gibt es Gründe für diese Entwicklung?
Nein, höchstens Vermutungen. Die Grossen können meist professioneller auftreten, profitieren von Ihrem Brand und haben Marketingmittel zur Verfügung. Und die Kleinen können vermutlich etwas mehr auf die Solidarität der treuen Teilnehmer hoffen. Aber die genauen Gründe kennen wir nicht.

Sie sprechen bei den Zahlen ganz bewusst von Finishern, warum?
Nur so kann man die Zahlen auch wirklich vergleichen. Grundsätzlich erhalten wir von Swiss Running die Zahlen von den Veranstaltern. Die Anmeldezahlen können wir aber nicht abschliessend kontrollieren, die Finisherzahlen hingegen schon, die können wir stichprobenartig in der Rangliste verifizieren.

Wäre es nicht am besten, wenn die Events und Zeitmesser ihre Zahlen einheitlich kommunizieren würden für die Bereiche angemeldet, gestartet und klassiert?
So könnte man auch sehen, welche Events hohe Ausfallquoten haben.
Ja, das wäre tatsächlich wünschenswert und für ein echtes Observatorium des Schweizer Laufmarktes am interessantesten. Dafür müssten aber alle Events mitziehen und das entsprechend handhaben.

Sie sagten, das Laufjahr sei weiblicher geworden. Woran sehen Sie das?
Am wachsenden Frauenanteil. Bei einzelnen Kategorien über kürzere Distanzen sind manchmal über 50% der Finisher Frauen.

Aber grundsätzlich gilt immer noch: Je länger, desto männlicher?
Ja, bei Strassenläufen ist das so. Bei einem Halbmarathon sind rund 30% Frauen am Start, bei einem Marathon aber nur gut 20%. Doch auch hier stellen wir beim Frauenanteil ein Wachstum fest.

Mit welchen Erwartungen blicken Sie ins Laufjahr 2024?
Ich glaube, dass sich der Wachstumstrend weiter fortsetzen wird. Schön wäre natürlich, wenn wir bereits Ende Jahr wieder beim Stand wie Vor-Corona wären.

 

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