Wenn sich bei einem Triathlon-Start Hunderte oder gar Tausende Neoprengestalten gleichzeitig in die Fluten stürzen, ist Platz- und Atemnot garantiert. Die besten Tipps.

Wenn der Startschuss ertönt und sich die aufgeregte Menge im Wasser in Bewegung setzt, wird gestossen, gezogen, ausgeschlagen – und ständig schwimmt die Angst mit, dass ein abgewinkelter Ellbogen oder ein energischer Fusskick an Kopf oder Rippe donnern.

Training anpassen

Die wahre Crux beim Massenstart liegt für das Gros der Athleten nicht nur in den Rangeleien am Start, sondern im Temposog, dem man sich nur schwerlich entziehen kann (vor allem dann nicht, wenn man sich zu weit vorne positioniert hat). Das Gute daran: Man ist zu Beginn überraschend schnell unterwegs. Das Schlechte: Man schwimmt unweigerlich in eine Sauerstoffschuld, der Puls explodiert, die Muskeln übersäuern und die Lunge schreit nach Luft, bevor die erste Boje überhaupt in Reichweite ist.

Auf diese Situation kann man sich vorbereiten. Wer auf den ersten zwei-bis fünfhundert Metern eines Massenstarts nicht «versauern» will, muss sich im Training mit verschiedenen Übungen auf diese «Startexplosion» vorbereiten. «Unbequeme» Sprintserien im Vorfeld des Wettkampfs fördern die Fähigkeit, kurzfristig eine Sauerstoffschuld einzugehen (siehe unten).

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Sorgfältige Wettkampf-Vorbereitung

Damit im Gerangel alles an seinem Platz bleibt, am besten den Neopren-Bändel unter dem Klettverschluss verstecken, die Schwimmbrille unter der Badekappe tragen und den Zeitmess-Chip am Fussgelenk unter dem Neoprenabschluss versorgen.

Je weiter vorne Sie stehen, desto hektischer wird der Schwimmstart, ausser Sie sind ein vorzüglicher Schwimmer und können gleich zu Beginn davonsprinten. Zum Glück geht es nicht in allen Regionen des Startfeldes so nervös zu. Daher sollten Sie sich gut überlegen, wo Sie sich positionieren wollen.

Schätzen Sie Ihr Können richtig ein! Ungeübte Schwimmer oder solche, die es bewusst ruhig haben wollen, reihen sich am besten hinten ein und lassen die grosse Masse erst einmal ziehen. Ambitionierten Mittelfeld-Schwimmern ohne Kampfgelüste sind die Randplätze im Mittelfeld empfohlen, wo man bei Engpässen zur Seite ausweichen kann. Und nur, wer entweder sehr schnell schwimmt, kräftig gebaut ist oder sich gerne prügelt, stellt sich ganz vorne in die Mitte hin.

Notfall-Szenarien üben

Falls man dennoch Opfer einer Rempelei wird, ist es von Vorteil, wenn man die folgenden Szenarien für unschöne Situationen im Training geübt hat:

  • Brille weg: Schwimmbrille im offenen Gewässer ohne Bodenkontakt anziehen lernen, indem man an Ort und Stelle aufrecht mit den Beinen strampelt (Wassertreten) oder sich möglichst etwas abseits auf den Rücken legt.
  • Neopren offen: Den offenen Reissverschluss des Neopren ohne fremde Hilfe schliessen lernen, indem man wie ein Bleistift senkrecht im Wasser steht und dadurch den Bändel auf der Wasseroberfläche liegend zu fassen kriegt und hochziehen kann.
  • Badekappe verloren: Haare im Vorfeld so zusammenbinden, dass auch ohne Badekappe geschwommen werden könnte.
  • Unter Wasser gedrückt: Ruhe bewahren und Luft anhalten, bis die Rempelei vorüber ist. Entweder kurz mit Kopf oberhalb Wasser weiterkraulen oder ein paar Meter Brust schwimmen. Sich im schlimmsten Fall auf den Rücken legen und ruhig durchatmen.
  • Verletzt, übel: Sich vor dem Start orientieren, wohin man sich im Falle einer Verletzung oder Übelkeit wenden würde (Boje, Sprungturm, Rettungsbote?). Im Ernstfall auf den Rücken legen und durchatmen und entspannen.
  • Notsituation: Wird im Wasser Hilfe benötigt, mit der flachen Hand aufs Wasser schlagen, um die Rettungskräfte auf sich aufmerksam zu machen. Dieses Zeichen verstehen alle.

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