Bildquelle: zVg

Die Skating- Technik erfreut sich grosser Beliebtheit. Den wenigsten ist dabei bewusst, welche Auswirkungen die Bauweise der Langlaufski auf dessen Charaktereigenschaften hat. Ein Überblick, worauf es bei Skating-Ski ankommt.

Schnee ist nicht alles, aber ohne Schnee ist alles nichts. Diese Binsenweisheit gilt für alle Wintersportarten und speziell fürs Langlaufen. Für alle Fans von schmalen Latten die zweitwichtigs­te Zutat: der Ski.

Die gute Nachricht für Hobby-Lang­läufer: Für jedes Leistungsniveau, jede Schneebeschaffenheit und jedes Ein­satzgebiet gibt es den passenden Ski. Die schlechte Nachricht: Die grosse Aus­wahl an unterschiedlichen Modellen macht es nicht ganz einfach, den rich­tigen Ski zu finden. Auf den folgenden Seiten klären wir die wichtigsten Fra­gen und Antworten zur Bauweise von Skating-Ski.

1. Was muss ein Skating-Ski können?

In der Skating-Technik erfolgt der Vor­trieb durch einen seitlichen Beinab­stoss. Die Ski-Innenkante bildet das entsprechende Widerlager und ermög­licht so den Abstoss gegen Ende jeder Gleitphase. Verlagert man nach dem Abstossimpuls sein Gleichgewicht auf den anderen Ski, gleitet man auf die­sem vorwärts. Entsprechende Konditi­on und Technik vorausgesetzt, ist man beim Skaten deutlich schneller unter­wegs als beim Klassisch-Skilanglauf.

Ein guter Skating-Ski muss einen guten Spannungsbogen aufweisen. So ermög­licht er einen kräftigen Abstoss ohne Wegrutschen. Gleichzeitig kann der Ski die Energie des Abstosses idealerweise ohne Verlust aufnehmen, damit die Gleitphase auf einem Bein mög­lichst lang ausfällt. Zudem muss der Ski spurtreu sein, da man beim Skaten nicht in einer Loipenspur läuft, sondern auf einer planierten Piste. Durch unter­schiedliche Schneebeschaffenheiten und Laufstile bzw. Lauftechniken sind auch beim Ski unterschiedliche Eigen­schaften gefragt.

2. Woraus besteht ein Skating-Ski?

Bis in die 1960er- Jahre wurden Lang­laufski noch komplett aus Holz gefertigt. Erst ab den 1970er Jahren konnte man zunehmend auf leichten Kunststofflatten durch die Loipen gleiten. Heute sind Karbon, Fiberglas- und leichte Holzlaminate die dominierenden Ma­terialen. Das Spezialwissen und die Er­fahrungen der Profis aus dem Weltcup fliessen dabei laufend in Neuentwick­lungen ein, wovon schlussendlich auch die Hobbysportler profitieren.

3. Was versteht man unter der Ski-Spannung?

Jeder Langlaufski besitzt ein gewisses Mass an Spannung. Im Vergleich zu Klassisch-Ski verfügen Skating-Ski über mehr Spannung. Dies liegt darin begründet, dass der Klassisch-Ski zum Abdruck eine Haftzone unter dem Fuss­ballenbereich benötigt, damit er nicht nach hinten wegrutscht. Ski und Wachs müssen sich also an der Abstossstelle mit dem Schnee «verzahnen».

Anders als der Klassisch-Ski, der über eine sogenannte Steigzone verfügt, hat der Skating-Ski eine durchgehende Gleitzone über die gesamte Länge. Der Skating-Ski darf in der Skimitte keinen Schneekontakt herstellen. Der Begriff der Vorspannung beschreibt den Ab­stand, den ein Ski zu einer ebenen Unterlage bildet, wenn er unbelastet aufliegt. Durch die passende Vorspan­nung des Ski verteilen sich die Kräfte gleichmässig über die gesamte Auflage­fläche. Davon zu unterscheiden ist die Restspannung. Sie meint den Restspalt, der im Bindungsbereich bei beidbeini­ger gleichmässiger Belastung durch das Körpergewicht bestehen bleibt.

Sowohl zu viel als auch zu wenig Span­nung wirken sich negativ auf das Lauf­verhalten aus. Besitzt der Ski zu viel Spannung, «gräbt» sich die Schaufel bzw. das Ski-Ende im weichen Schnee ein. Die Geschwindigkeit wird dadurch gebremst, das Fortkommen erschwert. Fehlt dem Ski die nötige Spannung, ver­liert er seine Dynamik. Erfahrene Lang­läufer bringen das mit dem Gefühl zum Ausdruck, dass der Ski «schwimmt». Sie meinen damit, dass es dem Ski ins­besondere bei harten Bedingungen an Führungseigenschaften fehlt. Man rutscht demnach öfter weg.

Wie viel Spannung ist nötig? Die richti­ge Ski-Spannung ist ein wichtiges Krite­rium beim Ski-Kauf und vom Körperge­wicht und dem Können des Langläufers abhängig. Die Ski-Spannung steht zu­dem in Relation zur Ski-Länge. Kürzere Ski sind leichter zu manövrieren, län­gere haben dafür bessere Gleiteigen­schaften. Zur Ermittlung der passen­den Ski-Länge lässt sich die Faustformel «Körpergrösse plus zehn Zentimeter» heranziehen, aber auch das Leistungs­niveau spielt eine Rolle. Ambitionierte und technisch versierte Läufer können einen deutlich längeren Ski laufen als technisch nicht so geübte Langläufer. Es gilt das Motto: «Länge läuft.»

4. Aus welchen Einzelteilen besteht ein Skating-Ski?

Ein geringes Gewicht und eine ausge­wogene Masseverteilung der Ski sind zwei wesentliche Qualitätskriterien von Langlaufski. Sie wirken sich unmittelbar auf das Laufverhalten aus. Mittlerweile werden die meisten Ski-Modelle mittels der sogenannten Cap- oder Sandwich-Bauweise gefertigt. Eine Schale aus Car­bon- und Fiberglaslaminaten umhüllt dabei einen Kern, der gewissermassen das «Skelett» des Ski bildet.

Höhe und Konstruktion des Kerns bestimmen wesentlich die Biege- und Torsionssteifigkeit des Ski. Dabei gilt: Je höher der Kern, desto steifer der Ski. Und je steifer der Ski, desto besser können die auftretenden Schub- und Zugkräfte miteinander verbunden werden. Bei Rennski ist die maximale Bauhöhe mit 35 Millimetern daher durch den Inter­nationalen Skiverband (FIS) limitiert.

5. Aus welchem Material besteht der Ski-Kern?

Der Ski-Kern selbst weist vor allem bei höherwertigen Modellen fast aus­schliesslich im Längsschnitt eine Bie­nenwabenstruktur auf, wird aber von jedem Hersteller unterschiedlich zu­sammengestellt. Als Werkstoff dient da­bei eine mit Kunstharz getränkte Pappe-Fasermaterial-Kombination oder Holz. Fischer setzt beispielweise auf das so­genannte «Air-Core-Material» mit einem Luftanteil von 80 Prozent in Kombinati­on mit hochmolekularen Carbonfasern.

Neben der leichten und extrem stabilen Wabenkernbauweise verwenden einige Hersteller auch Schaumkerne aus ge­härtetem Polyurethan. Die Biegelinie und Vorspannung der Ski werden bei dieser Bauweise durch eine dreidimensionale Fräsung des Schaumkerns bestimmt, der ebenfalls mit einem Gewebe, bestehend aus Glas- und Car­bonfasern verstärkt wird. Bei dieser Bauweise wird der Schaumkern in die vorgefertigte Aussenhülle (Cap) einge­legt und mir ihr verbunden. Diese Ober­fläche schützt den Ski-Kern vor ein­dringender Feuchtigkeit, UV-Strahlen, Hitze und Kälte sowie Lösungsmitteln wie Wachsentferner. Daneben hat die Oberfläche eine designgebende Funkti­on. Denn nicht zuletzt wirkt sich in der Praxis auch die Optik auf die individu­elle Kaufentscheidung aus.

Ski mit einem klassischem Holzkern oder Holz-Fiberglas-Kern findet man überwiegend nur noch im günstigen Preissegment. Solche Modelle sind zwar meist schwerer als diejenigen mit Wabenbau- oder Schaumkernbauwei­se, dafür aber sind sie sehr robust und langlebig.

6. Was versteht man unter Torsionssteifigkeit?

Der Begriff Torsionssteifigkeit meint die Steifigkeit eines Ski, welche Ver­drehkräften entgegenwirkt. Anders ausgedrückt: Je weniger sich ein Ski verwindet, desto torsionssteifer ist er. Je höher diese Torsionssteifigkeit aus­fällt, desto stabiler ist der Ski und desto weniger Kraft geht beim seitlichen Bein­abstoss verloren. Die Kraft, die der Läu­fer über den Ski in den Schnee bringt, wird also direkter in Vortrieb umge­setzt. Extrem steife Ski erfordern aller­dings eine subtile Lauftechnik sowie ein dynamisches Laufen und sind daher nur für Fortgeschrittene geeignet.

7. Welche Rolle spielen die Seitenwände?

Die Seitenwände eines Langlaufski un­terstützen seine Torsionssteifigkeit und schützen den Ski vor Verschleiss wie eindringendem Wasser und Wachsent­ferner. Zusätzlich mindern sie bei Klas­sisch-Ski den seitlichen Reibungswider­stand in der Spur. Mittlerweile gibt es Modelle (z.B. Fischer Speedmax 3D) mit wachsbaren Seitenwänden («Gliding Sidewall»). Diese bestehen aus dem glei­chen Material wie der Belag, nämlich aus Polyethylen.

Zum Wachsen darf aber aufgrund der lediglich 0,1 Millimeter dünnen Poly­ethylen-Folie nur flüssiges Wachs ver­wendet werden. Das Einbügeln oder Schleifen der Seitenwand ist nicht möglich.

An einigen Ski (z.B. Rossignol-Xium-Mo­delle) sind an den Ski-Kanten entspre­chende Verstärkungen eingebaut («Total Edge Technologie»), die den Abstoss un­terstützen sollen. Die Kombination aus den verwendeten Laminaten und der Aufbau der Seitenwände beeinflussen insgesamt die Biegesteifigkeit und Vor­spannung der Ski. Der Aufbau der Sei­tenwände ist beim Skating-Ski wesent­lich komplexer und entscheidender als beim Klassisch-Ski.

8. Wie relevant ist das Ski-Gewicht?

Für ambitionierte Freizeitläufer und Rennläufer spielt das Ski-Gewicht eine entscheidende Rolle. Beim Skaten ist vor allem das Gewicht in Bewegung und damit eine möglichst geringe Masse­trägheit von hoher Bedeutung. Wer weniger Ski-Gewicht am Fuss beschleu­nigen muss, der kommt schneller auf Geschwindigkeit, bewegt weniger Masse und spart Kraft und Energie. Leichte Ski sind speziell auf langen Strecken weni­ger ermüdend und in Abfahrten leichter zu manövrieren.

Aber auch bergauf macht sich ein geringes Ski-Gewicht bezahlt. Ähnlich wie beim Radfahren können hier eini­ge hundert Gramm Gewichtserspar­nis über Sieg oder Niederlage den Aus­schlag geben, weshalb einige Hersteller um jedes Gramm kämpfen. Fischer bei­spielsweise hat sich in den vergangenen.

Jahren darauf konzentriert, mit einer Lochski-Konstruktion Gewicht an den Skispitzen und -enden zu reduzieren. Die Bauweise soll weniger Kraftauf­wand und Energieverlust beim Ausglei­chen der Pendelbewegung sowie höhere Schrittfrequenzen ermöglichen.

9. Welchen Einfluss haben Ski-Breite und Taillierung?

Die Seitenform ist die Form, die man bei der Ansicht eines Ski aus der Vogel­perspektive erhält und zeigt, wie stark ein Ski tailliert ist. Dargestellt wird sie meist in drei Zahlen. Sie geben das Ver­hältnis der Ski-Breite (in Millimetern ge­messen) an im Bereich der Schaufel, der Ski-Mitte und des Ski-Endes. Unter den getesteten Race-Modellen setzen die Hersteller Fischer, Rossignol, Madshus und Kästle allesamt auf eine Pfeilform, das heisst, ihre Ski-Modelle sind im Bereich der Schaufel deutlich schmaler als in der Ski-Mitte oder am Ski-Ende.

Werbung

Mit einer Breite von nur 40 Millimetern verfügt beispielsweise der Rossignol Xium Premium S2 über eine sehr schmale Schaufel. Das Salomon-Top­modell S-Lab Carbon Skate hingegen besitzt mit 44 Millimetern eine deutlich breitere Schaufel. Die Breite im Bereich von Ski-Mitte und Ski-Ende unterschei­den sich bei allen Herstellern nur mar­ginal. Sie liegt überall zwischen 43 und 44 Millimetern. Grundsätzlich hat die Seitenform Auswirkungen auf das Fahr­verhalten eines Ski. Stark taillierte Ski drehen leichter, weniger taillierte bieten mehr Führung. Ein breiter Ski verleiht gerade Einsteigern mehr Stabilität und einen sicheren Stand. Ein schmaler Ski bietet weniger Gewicht und sportliche Laufeigenschaften.

10. Wie ist der Ski-Belag aufgebaut?

Der Ski-Belag bildet die direkte Kon­taktfläche zum Schnee und hat zwei grundlegende Funktionen: Zum einen muss er durch das dort aufgetragene Wachs für ein optimales Gleitvermögen sorgen. Zum anderen sollte der Belag widerstandsfähig gegen die Reibung des Schnees sowie gegen Wachsentfer­ner und Lösungsmittel sein. Um dies zu ermöglichen, werden moderne Ski- Beläge aus Polyethylen produziert. Da­bei haben sich mit «gesinterten» und «extrudierten» Belägen zwei verschie­dene Sorten etabliert.

Gesinterte Beläge: Beim Sinterverfah­ren wird Polyethylen-Pulver in einer be­heizten Stahlform langsam geschmol­zen und unter hohem Druck in Scheiben geformt. Bei den meisten Herstellern, unter anderem bei Fischer, werden die Belagsbahnen anschliessend mit einem sehr scharfen Messer von der fertig gesinterten Scheibe geschält und nach dem Verpressen von Oberfläche, Ski- Kern und Seitenwange auf die endgül­tige Belagsstärke abgefräst.

Gesinterte Beläge sind wasserab­stossend, hoch wachsaufnahmefä­hig und sehr langlebig. Werden nun beim Schmelzverfahren weitere Stoffe wie zum Beispiel Graphit beigemengt, erhält man je nach Zusammenset­zung Beläge für unterschiedliche Temperaturbereiche.

Gesinterte Beläge mit einem Graphit­anteil von fünf Prozent eignen sich so für kalte, jene mit einem Graphitanteil von bis zu 15 Prozent für warme und schmutzige Schneebedingungen. Durch das beigemengte Graphit erhält der Ski- Belag nicht nur seine typisch schwar­ze Farbe, sondern er nimmt weniger Schmutz von der Loipe auf. Die Gleit­fähigkeit bleibt demnach erhalten. Der Nachteil des Sinterverfahrens liegt im hohen Energieaufwand beim Herstel­lungsprozess und in den mitunter star­ken materialbedingten Schwankungen in der Qualität.

Extrudierte Beläge: Extrudierte Skibe­läge bestehen ebenfalls aus Polyethy­len. Der Unterschied zu den gesinterten Belägen liegt darin, dass das entspre­chende Granulat erst erhitzt und dann unter Druck durch einen sogenannten Extruder, einen «Fleischwolf» für Kunst­stoffe, gelassen wird. Das am Ende ausgeschiedene Material wird in Platten ausgewalzt und anschliessend in Strei­fen geschnitten. Die fertigen Belags­bahnen werden danach aufgerollt und mittels Pressverfahren mit dem restli­chen Ski-Bauteilen verbaut. Extrudierte Beläge sind in Ihrer Herstellung günstiger als gesinterte Beläge. Die Wachs­aufnahmefähigkeit des Materials ist jedoch deutlich schlechter.

11. Welchen Einfluss hat die Struktur des Ski-Belags?

Im Rennsport spielt neben der Zusam­mensetzung des Belags vor allem der Belagsfinish ein grosses Thema. Die Be­griffe Belagsstruktur und Schliff wer­den dazu synonym verwendet. Sie rich­ten sich nach der Schneeart und der Temperatur. Pulverschnee, Neuschnee und Pappschnee unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung wesent­lich in ihren Kristallformen und dem Feuchtigkeitsgehalt.

Um die Gleiteigenschaften von Renn­ski zu optimieren, erhält der Skibelag einen ab Werk maschinell erzeugten Steinschliff. Noch vor einigen Jahren war dieser Vorgang auf maximal drei Schleifgänge limitiert. Die geringe Dicke des Belags sowie die materialermü­dende Schleiftechnik gaben dafür den Ausschlag. Heutzutage hingegen kann ein Ski abhängig von seinem Zustand und der Tiefe des Schliffs bis zu 20 Mal geschliffen werden. Die heutige Schleif­technik ist wesentlich materialscho­nender und die Beläge sind robuster.

Schliff für kalte Bedingungen: Kalte Be­dingungen zeichnen sich durch trocke­nen Schnee aus. Die Schneekristalle besitzen demnach kaum Feuchtigkeit. Sie sind dafür durch ihre Struktur sehr aggressiv. Damit sich die scharfkanti­gen Schneekristalle möglichst nicht mit.

dem Belag verhaken, wird eine sehr fei­ne, glatte Struktur in den Belag geschlif­fen. Die Schneekristalle haben damit wenig Angriffspunkte. Der Bremseffekt wird minimiert, das Gleiten optimiert.

Schliff für warme und feuchte Bedin­gungen: Bei warmen und feuchten Nassschnee-Bedingungen bildet sich zwischen Schnee und Belag ein Wasserfilm. Sammelt sich dort zu viel Wasser an, kommt es zu einem Saugeffekt, der den Ski abbremst und das Gleiten er­schwert. Um dies zu verhindern, wird bei solchen Bedingungen mit einer gro­ben, tiefen Schliffstruktur gearbeitet. Diese soll das Ablaufen des Wassers ermöglichen, um Luft zwischen Belag und Schnee zu bekommen.

Schliff für alle Bedingungen: Die meis­ten im Handel erhältlichen Langlaufski verfügen über einen sogenannten Uni­versalschliff, der ein möglichst breites Temperatur- und Schneespektrum ab­decken soll. Dieser Universalschliff lie­fert bei nahezu allen Bedingungen eine durchschnittliche Performance und ver­sucht das Beste der zwei Welten, feuchte und kalte Bedingungen, zu verbinden.

12. Welche Bindungstypen gibt es?

Die Skibindung ist die direkte Verbin­dung zwischen Mensch und Material. Durch sie werden die Kraft und Dyna­mik des Langläufers vom Schuh über den Ski auf den Schnee übertragen. Vor einiger Zeit konkurrierten die zwei Bin­dungssysteme NNN (New Nordic Norm) und SNS (Salomon Nordic System). Mitt­lerweile sind drei neue Abkürzungen dazugekommen: NIS (Nordic Integrated System) von Rottefella, IFP (Integrated Fixation Plate) von Fischer und Rossignol sowie PSP (Prolink Shifting Plate) von Salomon. Es handelt sich dabei um Bindungsplatten auf NNN-Basis. Dies bedeutet, dass die Bindungen nur noch mit NNN-Schuhen kompatibel sind.

Beim Salomon S-Lab Carbon Skate ist die Prolink-Bindung Race Skate direkt mit dem Ski verschraubt. Der Salomon S-Max verfügt hingegen über die ver­schiebbare Prolink-Shift-Bindung. Die Bindung kann per Knopfdruck auf fünf verschiedene Positionen verschoben werden. Die Fischer- und Rossignol-Mo­delle setzen auf die bereits angespro­chene IFP-Platte, die direkt mit dem Ski laminiert ist. Hier werden die entspre­chenden Fischer- und Rossignol-Turn­amic-Bindungen werkzeuglos direkt auf den Ski geschoben. Die Verschie­bung der Bindung auf der Skala +3 (ganz nach vorne) und -3 (ganz nach hinten) lässt sich mit einem Hebel vor dem Lau­fen einfach und schnell erledigen. Ins­gesamt gibt es bei diesem System also sieben verschiedene Verstellpositionen.

Bei den Madshus- und Kästle-Modellen kommen Rottefella-Xcellerator-Bindun­gen mit NIS-Platte zum Einsatz. Sie bie­tet eine Verstellbarkeit vor dem Beginn der Trainingseinheit. Darüber hinaus kann auf diese Platte auch der Rotte­fella «Move Switch» montiert werden. Dabei kann man mittels Drehrädchen noch während des Laufens die Bindung auf dem Ski verschieben.

13. Wie sinnvoll sind verschiebbare Bindungen?

Ist die Loipe besonders hart oder gar eisig, lohnt es sich, die Bindung ein Stück nach vorne zur verschieben. Die Folge: mehr Schaufeldruck und damit mehr Grip und Führungsverhalten. Für Einsteiger und Sportler, die noch etwas unsicher auf dem Ski stehen, ist eine Position vorne auch bei normalen Be­dingungen ein Vorteil.

Umgekehrt sieht es bei Neuschnee-Be­dingungen oder sehr weichen Schnee­verhältnissen aus, da kann man durch ein Zurücksetzen der Bindung bessere Gleiteigenschaften erzielen. Verschieb­baren Bindungen sind für alle Leis­tungsklassen ein Gewinn, wenn man sie differenziert einsetzt.

14. Was versteht man unter dem Balancepunkt?

Der Balancepunkt eines Ski ist der Punkt, an dem sich Skischaufel und Ski­ende die Waage halten. Noch vor einigen Jahren war dies ganz einfach der Mittel­punkt des Ski. Vergleicht man heutige Modelle, stellt man fest: Jedes Ski-Paar hat seinen eigenen Balancepunkt. Sicht­bar wird dies an der Skibindung.

Während Rossignol seine Bindun­gen weit vorne auf dem Ski platziert, sitzt die Ski-Bindung bei den Fischer- Modellen deutlich weiter hinten als bei der Konkurrenz. Letzteres lässt sich anhand der Lochski-Konstruktion ein­fach erklären. Die Schaufel der Fischer- Ski ist leichter und demnach liegt der Schwerpunkt der Ski weiter hinten. Längst muss aber die Bindung nicht zwangsläufig am Balancepunkt des Ski montiert sein. Der Balancepunkt kann je nach individuellem Gusto und äus­seren Bedingungen verändert werden. Durch Innovationen wie verschiebbare Bindungen geht dies mittlerweile ohne Werkzeug im Handumdrehen.

Einsteiger bevorzugen wendige Ski

Welcher Skating-Typ sind Sie?

Aus der Vielschichtigkeit, mit der Skating-Ski aufge­baut sind, erkennt man leicht, dass es DEN perfekten Ski für alle Bedingungen und Leistungsklassen nicht geben kann. Kein Wunder, haben Profiläufer über zwei Dutzend Modelle zur Hand, die je nach Schnee und Gelände passend ausgewählt werden.

Für Hobbyläufer ist es wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu kennen. Gehen Sie nur bei Plustemperaturen auf die Loipe oder auch bei Wind und Kälte? Nur bei weichen oder auch mal harten Pistenbedingungen – und wie geübt und technisch versiert sind Sie? Am besten lassen Sie sich im Fachgeschäft kompetent beraten. Ebenfalls wichtig: Laufen Sie den Ski wenn möglich zur Probe. Im folgenden wichtige Kriterien, die den Skikauf beeinflussen sollten:

  • Kürzere Ski sind einfacher und vielseitiger zu laufen, längere Ski erfordern eine bessere Lauftechnik.
  • Dafür gleiten längere Ski besser und sind daher schneller.
  • Flexiblere und weichere Ski liegen flacher auf dem Schnee, sie sind gutmütiger und einfacher zu laufen und verzeihen eher technische Mängel.
  • Weichere Ski stossen dafür bei harten Bedingungen an ihre Grenzen.
  • Steife und sehr agile Ski sind für dynamische und technisch versierte Läufer von Vorteil und gleiten besser.
  • Komplexere Belagsstrukturen verbessern die Gleitfähigkeit, sind aber teuer. Regelmässiges Wachsen verbessert die Lebensdauer des Belags.
  • Hobbyläufer sind mit einem Universalbelag gut bedient, Leistungssportler besitzen meist unterschiedliche Paare für unterschiedliche Schneebeschaffenheiten.
  • Skating-Ski sind rund 10–15 cm länger als die Körpergrösse. Matchentscheidend für die Länge der Ski ist aber weniger die Körpergrösse, sondern das Körpergewicht und das Fahrkönnen.

Was Sie auch interessieren könnte

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.