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Eigentlich tönt es simpel: Wenn man gleich viele Kalorien verbrennt, wie man zu sich nimmt, bleibt das Körpergewicht stabil. Nur: Wie viel verbrennt man – und wie viel nimmt man mit dem Essen und Trinken zu sich?

Vielleicht ist es nur ein böses Gerücht, aber trotz Running-, Velo- und Outdoor-Euphorie scheint der Gesamt-BMI der Schweizer Bevölkerung seit Ausbruch der Corona-Krise und Einführung von Home-Office eher angestiegen als gesunken zu sein. Die Aktiven sind seit Corona noch einmal aktiver geworden, die Passiven haben Mühe, sich zu motivieren.

Und dies, obwohl die Theorie bezüglich Gewichtsmanagement logisch ist und jeder versteht: Wer sich bewegt, treibt seinen Energieumsatz in die Höhe und kann ergo mehr Kalorien zu sich nehmen, bevor er oder sie an Gewicht zulegt.

Doch was sich so simpel liest, ist in der Praxis nicht ganz einfach. Denn tendenziell überschätzen die meisten Menschen ihren persönlichen Energieverbrauch, und gleichzeitig unterschätzen sie die reale Energiemenge, die sie mit der Nahrung zu sich nehmen. Wobei Kalorienzählen eigentlich gar nicht so schwer ist wie man denkt, denn es existieren zahlreiche Apps, mit denen man leicht die aufgenommene Energiemenge berechnen und meist noch viel mehr machen kann.

Apps zur einfachen Berechnung

Viele Apps bieten die wichtigsten Grundfunktionen gratis, gleichzeitig haben die meisten eine kostenpflichtige «pro» oder «premium»-Variante mit Zusatzleistungen (dann teilweise ohne Werbung). Praktisch alle Apps sind im App-Store sowohl für Apple wie auch Android erhältlich. Zum Auswählen kann man die verschiedenen Kalorien-Tracker je nach Bedürfnissen und individuellen Diätvorstellungen zuerst ausprobieren. Bei den meisten Apps kann das Energieziel individuell angepasst und eingegeben werden. Im Folgenden eine Auswahl von 6 Apps, mit denen Sie leicht Ihre aufgenommene Energiemenge berechnen können.

FatSecret

Die App kann zum Kalo­rienzählen sowie als Ernährungs- und Trainingstagebuch genutzt werden. Sie ist einfach bedienbar, hat einen Barcode-Scanner und enthält viele Produkte von Schweizer Detailhändlern. Die eingegebenen Aktivitäten werden in der Kalorienbilanz berücksichtigt. Ebenfalls ist ein Austausch mit anderen Usern möglich, so können z.B. Rezepte gepostet werden.

Bei der Premiumversion gibt es von Ernährungsberatern erstellte Menüpläne zu verschiedenen Ernährungsformen (z.B. vegan, ketogen) und einen Trink-Tracker, der registriert, wenn man zu wenig trinkt. Leider gibt es keine Infos zu den Autoren der App und keine Unterstützung zu Verhaltensänderungen bezüglich der Ernährung.

Kosten: Grundversion gratis; Premiumversion mit Zugang zu erweiterten Trainingsplänen für 18 Franken für 3 Monate.

FDDB

Fddb steht für Fooddatabase, auf Deutsch Lebensmittel- Datenbank. Und tatsächlich ist die App mit vielen Daten hinterlegt (gegen eine halbe Million Produkte). Die Gratisversion kann zum Kalorienzählen sowie als Ernährungs- und Trainingstagebuch genutzt werden.

FDDB ist einfach bedienbar und ein Impressum zeigt mit Angaben die genutzten Quellen. Ein Austausch mit anderen Nutzern ist via Community möglich. Es können Rezepte hochgeladen werden und Kalorientabellen sind frei zugänglich. Da es eine App aus Deutschland ist, sind vorwiegend Produkte von deutschen Detailhändlern hinterlegt. Die eingegebenen Aktivitäten werden leider nicht in der Kalorienbilanz berücksichtigt.

Werbung

Kosten: Grundversion gratis; bei der Pro Version (12 Euro für 6 Monate) können die sportlichen Aktivitäten von einer Fitnessuhr importiert werden (wie z.B. Fitbit oder Garmin). Zudem wird keine Werbung aufgeschaltet, es stehen mehr Statistiken über die eigene Entwicklung seit der App-Nutzung zur Verfügung und die Nährstoffe können individuell eingestellt werden.

Betty Bossi

Mit dieser übersichtlichen, anwenderfreundlichen App können nicht nur die über den Tag aufgenommenen Kalorien leicht mit einem Scanner erfasst werden, sondern es sind über 530 exklusive, gesunde und leckere Betty-Bossi-Rezepte verfügbar. Dazu gibt es einen konkreten Wochenmenüplan mit 7×3 Rezept-Vorschlägen, die dem anfangs berechneten individuellen Kaloriensaldo entsprechen.

Ebenfalls in der App integriert sind ansprechende, einfache Fitnessvideos, so dass neben einer gesunden Ernährung auch die Motivation nicht zu kurz kommt.

Kosten: Die App kann für sieben Tage kostenlos getestet werden, danach variieren die Preise zwischen 29 Franken für einen Monat bis zu 99 Franken für sechs Monate. Sowohl für Android wie Apple verfügbar.

Yazio

Mit dieser übersichtlichen App können Kalorien gezählt sowie ein Ernährungstagebuch geführt werden. Das Erfassen der Lebensmittel wird durch einen Barcode-Scanner deutlich vereinfacht. Bei Fragen bietet eine eigene Facebook-Gruppe schnellen hilfreichen Support und interessanten Austausch.

Kosten: Grundversion gratis. Das PRO-Abo für 37.–/Jahr bietet diverse thematische Ernährungspläne und Ideen für ausgewogene Rezepte sowie tägliche Aufgaben und Tipps. Sportliche Aktivitäten werden über eine Fitnessuhr automatisch an die App weiter­geleitet.

My FitnessPal

Diese beliebte, einfach be­dienbare Kalorienzähl-App enthält eine riesige Nah­rungsmitteldatenbank sowie einen Barcode- Scanner. Ausserdem können häufig verwendete Lebensmittel und Gerichte gespeichert werden. MyFitnessPal ist kombinierbar mit diversen Fitnessapps, welche die Aktivität messen und den Output dokumentieren.

Kosten: Die Premium-Variante für 50 Euro pro Jahr ist unter anderem werbefrei, enthält Lebensmittelanalysen, verschiedene Zielsetzungen sowie zusätzliche Ernährungspläne.

Lifesum

Diese Ernährungs- und Sport­tagebuch-App mit integriertem Barcode-Scanner ist übersichtlich und einfach bedienbar. In der Gratisversion kann mithilfe eines Gesundheitstests ein «Life Score» erfasst werden. Damit analysiert die App das Ess- sowie Bewegungsverhalten und gibt Optimierungstipps. Speziell für Personen, die sich viel bewegen, bietet diese App diverse Vorteile, da sie eine sehr grosse Aktivitätsdatenbank enthält.

Kosten: Grundversion gratis. Die Premiumversion für 40 Euro pro Jahr bietet detaillier­te Nährwertangaben sowie Synchronisation mit Fitness-Trackern. Ebenso können Gerichte gespeichert und zusammengestellt werden. Dazu wird die Möglichkeit einer persönlichen Beratung freigeschaltet. Ebenfalls positiv: Die Quellen der Empfehlungen sind angegeben.

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