Bildquelle: © Andreas Gonseth

Viele Wechselzonen im Triathlon beinhalten recht lange Laufstrecken. Das stellt sich die Frage: Was gilt es auf dem Weg vom Schwimmen in die Wechselzone zu beachten?

Die entscheidende Herausforderung beim Wechsel vom Schwimmen aufs Rad ist die Umstellung von der Horizontalen in die Vertikale. Während des Schwimmens liegen Kopf und Körper während einer längeren Zeit auf einer Höhe, nach dem Schwimmsplit hingegen wechselt man innerhalb weniger Sekunden in den aufrechten Gang.

Diese Umstellung braucht eine Adaptionszeit, nicht selten treten daher beim Ausstieg aus dem Wasser Gleichgewichtsstörungen auf, zumal auch das kalte Wasser in den Ohren den Gleichgewichtssinn beeinträchtigt. Nicht selten sieht man daher Schwimmer die ersten Meter mit festem Boden unter den Füssen in Schlangenlinien oder leicht torkelnd zurücklegen, bis sie sich an die neue Position gewöhnt haben.

Rasche Umstellung üben

Deshalb macht es Sinn, spezifisch den ersten Wechsel gezielt zu üben, indem Sie ab und zu während intensiven Schwimmtrainings auch kurze Laufrunden ums Becken einbauen. Oder Koppeltrainings machen, bei denen Sie unmittelbar nach der Schwimmeinheit die Laufschuhe schnüren und noch ein paar Kilometer laufend zurücklegen. Ebenfalls gilt: Wenn die Laufstrecke fünfzig Meter oder mehr beträgt, sollte man keinen Sprint hinlegen, sondern ganz locker in Richtung Velo traben, der Puls wird es Ihnen auf den ersten Metern auf der Radstrecke danken.

Die zweite Herausforderung beim ersten Wechsel ist der Lauf mit dem Rad aus der Wechselzone heraus mit oder ohne Radschuhe an den Füssen. Geübte Athleten montieren die Radschuhe auf dem Rad bereits eingeklickt. Damit die Schuhferse nicht am Boden streift, kann sie mit einem feinen Faden oder Gummi waagrecht an der Unterstrebe des Rahmens befestigt werden. So können sie die Laufstrecke entspannt und ohne den mit Radschuhen typischen «Eiergang»unter die Füsse nehmen. Bei den ersten Pedalumdrehungen reissen Faden oder Gummi automatisch.

«Fliegend» ist am schnellsten

Wenn das fliegend-in-die-Schuhe-Schlüpfen auf dem fahrenden Rad klappt, ist dies die schnellste Methode. Achten Sie darauf, dass der Blick beim Reinschlüpfen nicht nach unten, sondern auch nach vorne auf die Strasse gerichtet ist. Auch hier gilt: Zuerst ein paarmal üben, sonst werden Sie mit einem missglückten fliegenden Wechsel rasch zur unfreiwilligen Publikums-Attraktion…

Beginnen Sie dafür ihre Radtrainings regelmässig mit eingeklickten Radschuhen und beenden Sie diese mit dem einem fliegenden rausschlüpfen, damit Sie die entsprechende Routine erhalten.

Gelingt Ihnen diese Technik auch mit Üben nur unzuverlässig, dann können Sie die Radschuhe bereits in der Wechselzone anziehen und damit vorsichtig zum Ausgang laufen. In Radschuhen kann man allerdings etwas weniger schnell laufen, vor allem dann nicht, wenn man über grosse Schuhplatten verfügt und dadurch nicht abrollen kann. Zudem ist beim laufen in den Veloschuhen mit den steifen Sohlen Vorsicht angebracht, damit man nicht ausrutscht oder umknickt.

Eine weitere Variante ist, die Radschuhe in die Hand zu nehmen, das Stück bis zum Radaufstieg barfuss zu laufen und die Schuhe erst da anzuziehen. Dieses empfiehlt sich vor allem dann, wenn es in der Wechselzone sumpfig ist und der Schlamm ein Einklicken der Schuhe verhindert oder zumindest erschwert.

Für Einsteiger gilt: Sich lieber etwas Zeit nehmen und allenfalls ein paar Sekunden mit einem sicheren Wechsel verlieren, als voller Adrenalin hektisch in die Wechselzone zu stürmen mit dem Risiko, dass etwas schiefgeht. Bei einem Olympischen Triathlon sind die meisten Hobbysportler zweieinhalb Stunden und länger unterwegs, da spielt selbst eine Minute Zeitverlust eine untergeordnete Rolle.

Was Sie sonst noch beim Triathlon-Wechsel beachten müssen, erfahren Sie hier.

 

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